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Schulleben

Seelbach-TV

Im sechsten Jahr besteht nun das gemeinsame Projekt der Gemeinde Seelbach und der Realschule Seelbach mit der Fachhochschule Kehl unter dem Namen „Seelbach-TV“ (www.seelbachtv.de). Bundesweit einmalig übertragen Schülerinnen und Schüler der Realschule Seelbach die öffentlichen Gemeinderatssitzungen in das Internet. Unter der Adresse www.seelbach-online.de kann man die Gemeinderatssitzung live mitverfolgen; hinter den Aufnahmekameras stehen Realschülerinnen und Realschüler, ebenso am Bild- und Tonmischpult und hinter der Handycam, die kurze Trailer zu interessanten Tagesordnungspunkten erstellt.

Seelbach - TV und die Realschule Seelbach

Der Gedanke, Gemeinderatssitzungen über das Internet als TV-Livesendung zu übertragen, findet bei der Realschule auch deshalb ein offenes Ohr, weil damit im Zusammenhang mit dem Bildungsplan 2004 die Chance besteht, dass Schülerinnen und Schüler über das fachliche Wissen im Fachbereich E-W-G (Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde) vor allem Kompetenzen im Bereich der Medienerziehung gewinnen. Die Vorbereitung auf die Gemeinderatssitzungen und die Durchführung der Liveübertragungen bedingt eine Einarbeitung in den Umgang mit modernen digitalen Medien wie Camcorder und Mischpult und führt dazu, dass das Handling mit diesen Kommunikationsmitteln etwas Selbstverständliches wird. Weitere Fähigkeiten und Fertigkeiten werden dadurch motivierend angeregt, dass die gemeinsame Verantwortung für ein solches Projekt auch eine wichtige soziale Komponente hat, denn ein Klassenverband muss lernen, dass nur durch die verlässliche Zusammenarbeit aller Beteiligten ein solches Unternehmen gelingen kann.

Die im Bildungsplan 2004 für alle Unterrichtsfächer verbindlich ausgewiesene Informationstechnologie kann in diesem Projekt beispielhaft demonstriert werden, geht es unter anderem auch darum, die Livesendungen zu archivieren und mittels der Computertechnologie allen Schülerinnen und Schülern auch für die Unterrichtsarbeit verfügbar zu machen. Dieses Projekt ist für die Realschule somit ein wichtiger Aspekt der politischen Bildung - denn nirgendwo kann Politik hautnäher erfahren werden als in der eigenen Gemeinde, wo Entscheidungen des Gemeinderats den Bürger - und auch die Schülerinnen und Schüler einer Schule - direkt betreffen.

Beteiligung am Förderpreis Medienpädagogik 2005

Projektbeschreibung/Projektdokumentation

1. Laufzeit des Projektes
Das Projekt „Seelbach – TV“ unter Einbeziehung der Realschule Seelbach wurde im Dezember 2003 begonnen und ab dem Frühjahr 2004 kontinuierlich weiterentwickelt; die erste Phase des Projekts endet zum Schuljahresende 2004/2005. Zu diesem Zeitpunkt ist die ursprünglich mit der Aufbauarbeit befasste Klasse R 8 b/R 9 b als Gesamtklasse vollständig in das Projekt eingebunden gewesen (d. h. alle 30 Schülerinnen und Schüler der Klasse waren an mindestens zwei Projektabenden mit der Aufgabe „Seelbach – TV“ befasst). Mit Beginn des kommenden Schuljahres wird ein Beteiligtenwechsel stattfinden, d. h. eine neue Klasse wird das Projekt fortführen, wobei eine Kerngruppe der bisher beteiligten Klasse den Übergang unterstützend mitgestaltet.

2. Projektziele aus der Sicht der Realschule
Der Gedanke, Gemeinderatssitzungen über das Internet als TV-Livesendung zu übertragen, findet bei der Realschule auch deshalb ein offenes Ohr, weil damit im Zusammenhang mit dem Bildungsplan 2004 die Chance besteht, dass Schülerinnen und Schüler über das fachliche Wissen im Bereich der Gemeinschaftskunde (ab September 2004 im Fachbereich E-W-G) vor allem Kompetenzen im Bereich der Medienerziehung gewinnen. Die Vorbereitung auf die Gemeinderatssitzungen und die Durchführung der Liveübertragungen bedingt eine Einarbeitung in den Umgang mit modernen digitalen Medien wie Camcorder und Mischpult und führt dazu, dass das Handling mit diesen Kommunikationsmitteln etwas Selbstverständliches wird. Weitere Fähigkeiten und Fertigkeiten werden dadurch motivierend angeregt, dass die gemeinsame Verantwortung für ein solches Projekt auch eine wichtige soziale Komponente hat, denn ein Klassenverband muss lernen, dass nur durch die verlässliche Zusammenarbeit aller Beteiligten ein solches Unternehmen gelingen kann. Die im Bildungsplan 2004 für alle Unterrichtsfächer verbindlich ausgewiesene Informationstechnologie kann in diesem Projekt beispielhaft demonstriert werden, geht es unter anderem auch darum, die Livesendungen zu archivieren und mittels der Computertechnologie allen Schülerinnen und Schülern auch für die Unterrichtsarbeit verfügbar zu machen. Dieses Projekt ist für die Realschule somit ein wichtiger Aspekt der politischen Bildung – denn nirgendwo kann Politik hautnäher erfahren werden als in der eigenen Gemeinde, wo Entscheidungen des Gemeinderats den Bürger – und auch die Schülerinnen und Schüler einer Schule – direkt betreffen.

3. Projektteilnehmer
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Kehl – Prof. Dr. Kai-Uwe Martens Gemeinde Seelbach (Schuttertal) – Bürgermeister Klaus Muttach Marketing-Agentur „Team mcs“ – Martin Kopf (zuständig für die Internet-Seite der Gemeinde Seelbach) Realschule Seelbach – Realschulrektor Dietrich Berger

4. Projektverlauf
Phase 1 – Motivationsphase für Schülerinnen und Schüler der Klasse R 8 b mit dem Ziel, sie für die Mitarbeit an diesem Projekt zu gewinnen

Phase 2 – Ausbildung von Schülerinnen und Schülern an digitalen Videokameras zur Übertragung von öffentlichen Gemeinderatssitzungen und Ausbildung an Bild- und Tonmischpulten zur Gewährleistung der Liveübertragungen ins Internet

Phase 3 – Ausbildung von Schülerinnen und Schülern an Handycamcordern zur Erstellung von Spots in Verbindung mit Tagesordnungspunkten der bevorstehenden Gemeinderatssitzungen (diese Phase läuft zum Zeitpunkt der Bewerbung an)

Phase 4 – Verbindung von Inhalten der Gemeinderatssitzungen mit Aufgabenfeldern des Bildungsplanes der Realschule und Verknüpfung von Inhalten der Gemeinderatssitzungen mit außerunterrichtlichen Projekten (Beispiel: Jugend und Denkmalschutz am Projekt der Hammerschmiede im Litschental – hier geht es um die Gefährdung eines Baudenkmals und die Befassung damit in der Gemeindearbeit)

I. Medienkunde
Die Schülerinnen und Schüler haben sich mit der Technik sowohl der Bild- wie der Tonübertragung vertraut gemacht und sind inzwischen in der Lage, eigenständig die Bild- und Tonführung während einer öffentlichen Gemeinderatssitzung zu handeln. Die Kameras sind so aufgebaut, dass sowohl der Bürgermeister wie die Verwaltung von beiden Kameras erfasst werden kann; eine Kamera hat in ihrem Blickfeld die Gemeinderatsfraktionen auf der „linken Seite“, eine andere Kamera die auf der „rechten Seite“. Mit Hilfe einer Digicam wird die Gemeinderatssitzung auf MiniDV aufgenommen, um sie für die Unterrichtsarbeit nutzen zu können. Gegenwärtig arbeitet die Gruppe an der Schnitt/Layouttechnik, um eine Dokumentation für die Unterrichtsarbeit zu bestimmten Schwerpunkten des Bildungsplanes herzustellen (steckt noch in den Kinderschuhen). Die beteiligten Schülerinnen und Schüler bedienen inzwischen die Bild- und Tongeräte selbstständig, wobei drei Schüler inzwischen ohne weitere Anleitung und Hilfestellung in der Lage sind, die technischen Voraussetzungen für die abendliche Liveübertragung sicherzustellen.

II. Mediendidaktik
Vorrangiges Ziel hierbei war und ist es, die Möglichkeiten moderner digitaler Medientechnik kennen zu lernen und zu erkennen, welche Chancen vor allem im Bereich der politischen Bildung ein Projekt wie „Seelbach-TV“ bietet. Der Einsatz einer Digicam als Hilfsmittel zur Aktualisierung und auch Visualisierung von Vorlagen und Redebeiträgen während einer Gemeinderatssitzung verdeutlicht, welche Optionen hier für den Zuschauer am häuslichen PC geboten werden können (Beispiel: Diskussion um einen Bauantrag in der öffentlichen Gemeinderatssitzung und dazu ein 20- bis 30 Sekunden langer Spot zur „Örtlichkeit“ des Antrags, eingeblendet mit Hilfe einer virtuellen Kamera 3 über den MediaPlayer ins Internet). Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Kenntnis über moderne Übertragungsmethoden – von ISDN bis zu DSL

III. Medienerziehung
Die Vorbereitung von Gemeinderatssitzungen anhand der Tagesordnung im Unterricht und die abendliche Tätigkeit von Schülerinnen und Schülern bei der Übertragung von öffentlichen Gemeinderatssitzungen zeigt auch, wie z. B. durch die Kameraführung während einer Gemeinderatssitzung die Aufmerksamkeit der Zuschauer „beeinflusst“ werden kann. Eine wesentliche Erkenntnis durch die Häufigkeit von Redebeiträgen in einer Gemeinderatssitzung besteht für die Schülerinnen und Schüler darin, die Rolle des Bürgermeisters und der Verwaltung ebenso bewusst werden zu lassen wie die politische Aufgabe von Gemeinderatsfraktionsvorsitzenden bzw. Gemeinderäten. Hierbei wird bei Schülerinnen und Schülern, die bereits mehrmals ihre Aufgaben wahrnehmen, deutlich, dass sie erkennen, wer „wichtig“ ist (auch durch die entsprechende Kameraführung).

Aktueller Stand zum 31. März 2009
Auch im sechsten Jahr dieser speziellen Arbeitsgemeinschaft der Realschule Seelbach zeigt das Konzept keine Ermüdungserscheinungen. Es gelingt immer wieder, Schüler/innen dafür zu begeistern, auch wenn sich nicht jeder Schüler so einbringen kann, wie es anfangs erwartet wird. Dennoch musste keine Abendveranstaltung ausfallen, da immer ausreichend Schüler/innen anwesend waren, um die gesamte Übertragung sicherzustellen. Inzwischen ist die technische Kompetenz einiger Schüler, vor allem im Bereich des „Regieraumes“ so groß, dass Ergänzungen möglich waren: Headsets für die Kameraleute, Steuerung der Live-Kameras vom Regieraum aus, Einspielmöglichkeiten für Trailer (noch nicht so umgesetzt, wie eigentlich konzipiert), Kommunikation zwischen Regieraum und Kameraleuten. Aktiv in diesem Schuljahr sind dabei: Maximilian Redt (R 10 c) als Regisseur, Andreas Schwarz und Philipp Glatz (R 9 a) als Regieassistenten, Fabian Deibel und Florian Falk (R 9 a) als Kameramänner. Die Gesamtleitung jeder Übertragung liegt beim Schulleiter; alle Übertragungen der öffentlichen Gemeinderatssitzungen sind sowohl auf der Homepage der Gemeinde Seelbach live abrufbar als auch auf DV-Bändern archiviert.